Weiter ging es mit scheinbar unscheinbaren Arbeiten, die dennoch massiv zum Fortschritt des Projektes "Kirchenrenovierung" beitragen: so wurde heute von fleißigen Helfern für klaren Durchblick gesorgt, manche Dinge in der Kirche montiert, letzte Heizelemente angeschlossen, kleinere Anpassungsarbeiten an Türstöcken durchgeführt und in der Holzwerkstatt Neues erschaffen.
Zudem gibts heute wieder einen kleinen geschichtlichen Exkurs.
Viel Spaß beim Lesen und Danke den Helfern für die Arbeit.
Das Reinigen der Glasflächen unserer Kirchenfenster auf ihren Innenflächen konnte mit Hilfe des Innengerüstes relativ problemlos durchgeführt werden.
Anders verhielt es sich an den Aussenflächen. Ganz still und heimlich haben unsere Mesnerin MARIA, unterstützt durch ihren Mann KARL, die Kirchenfenster außen geputzt, ohne wirklichem Hindernis.
So darf nach über 30 Jahren, erstmals wieder das Tageslicht ungetrübt in die Kirche strahlen.

Die Klingel wurde bereits wieder montiert. Ein Schmuckstück!

Die Leistung unserer 4 Elektriker müssen wir nochmals in Errinnerung rufen.
Ihr anstrengendes stundenlanges Arbeiten unter den Sitzbänken in liegender Position, kann nicht ausreichend genug gewürdigt werden.
Die Stufenanlage vor unserem Hochaltar musste erneuert werden. Nach den noch fehlenden Anstrichen steht danach einer Anlieferung und Montage in unserer Kirche, auf ihrem ursprünglichen Standort, nichts mehr im Wege.
Kleinere Korrekturen sind noch am steinernen Türstock der Sakristei-Innentüre notwendig. Danach schließt diese Türe wieder ganz exakt.
Eine interessante Geschichte umspannt das äußere eiserne Türblatt der Sakristei-Außentüre:
Der ursprüngliche gotische Anbau eines Abstellraumes (Sakristei ?) war wesentlich kleiner (220 cm Innenmaß). Vermutlich im Jahre 1753 (späte Barockzeit) wurde dieser Sakristeiraum in nördlicher Richtung auf ein Innenmaß von 523 cm erweitert, mit einer Türöffnung an der Nordseite (derzeit nur mehr ein kleines Fenster).
Aus diesem Anlass liefert ein Haager Schlossermeister "eine Sakristeitüre mit einem Schloß und zwei Ridln". Vermutlich aufgrund einer vorteilhafteren Anordnung der Sakristei - Einrichtung und eines angenehmeren Zuganges von Außen, wurde im 19. Jhd diese Türöffnung mit ihrem Türblatt von der Nordseite auf ihren jetzigen Standort (Ostseite) verlagert.
Äußeres Türblatt der Sakristei-Außentüre mit ihrem Schloß und den zwei "Ridln".
Sakristei-Türblatt, Außenansicht. Der Umstand, dass dieses eiserne Türblatt bereits ein Alter von 272 Jahren (!) aufweist, ist sie erstaunlicherweise in einem ausgezeichneten Zustand.

Im Zusammenhang mit der Erweiterung des Sakristeiraumes ist wahrscheinlich eine Erklärung zu finden über die Ursache des sichtbaren Risses an der ostseitigen Mauer der Sakristei.
Vermutlich ein Setzungriss durch die nicht ausreichende Fundamentierung des Erweiterungs-Anbaues.
Ebenfalls in diesem Zusammenhang wäre noch zu erwähnen, dass das Ausmaß unseres Pfarrfriedhofes ursprünglich kleiner war. Die nordseitige Friedhofsmauer war damals wesentlich näher bei unserer Kirche, im Vergleich zu ihrem jetzigen Standort. Vermutlich vor 1800 wurde dann eine Grundfläche dazu gekauft, der Weistracher Bach begradigt und die nun vorhandene bachseitige Friedhofsmauer errichtet.
Die südseitige Friedhofsmauer (Kirchenplatz zum Dorfplatz - wie sie eigentlich jetzt besteht) wurde bereits 1745, anstelle "einer morschen Planckhen" (Holzwand) durch "eine von Grund aus herausgemauerten neuen Friedhofmauer" ersetzt.
Auf diesen Fotos sind noch die oberen Fundamentsteine des ursprünglichen Sakristei - Aussenmauer-Fundamentes zu erkennen: